Wussten Sie schon…

… ist eine lockere Folge aus Kemptener Geschichten und Geschichte – und darin durchaus Fakten. Denn oft sind es Missverständnisse, die uns glauben machen, die Stadt Kempten würde z.B. selbst Wohnungen vermieten oder für Grundstücke zuständig sein, die in Privatbesitz sind.

Also: Wussten Sie schon…

...was MIK bedeutet?

MIK ist der Kommunale Aktionsplan Miteinander Inklusiv Kempten. Bereits im November 2015 war die Stadt Kempten durch das Bayerische Bildungsministerium zur Modellregion Inklusion ernannt worden, als einziges Modellvorhaben dieser Art in Bayern. Vor wenigen Wochen erst wurden in sieben bayerischen Städten und Landkreisen nach dem Vorbild der Stadt Kempten Projekte auf den Weg gebracht.

Für die Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen hat die Stadt Kempten im Juni 2016 mit der Verabschiedung des Kommunalen Aktionsplanes Miteinander Inklusiv Kempten (MIK) wichtige Weichen gestellt. Erarbeitet wurde er auf der Grundlage der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention nach einer intensiven Beteiligung von Vereinen, Verbänden, Behörden, Institutionen, der Hochschule Kempten und dem Bezirk Schwaben. Der Plan ist eine ständig weiter zu entwickelnde Leitlinie für die politische Arbeit und die Stadtverwaltung.

Eine wichtige Säule im MIK sind Arbeit und Beschäftigung. Hier haben wir bei der Stadt Kempten auf meine Initiative hin das Projekt „Job Inklusive“ entwickelt. Es startete im Juni 2019 und legt den Fokus auf das wichtige Themenfeld „Arbeit und Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigungen“. Ziel ist es, die erforderlichen Rahmenbedingungen für dauerhafte, bezahlte und reguläre Arbeitsverhältnisse für Menschen mit Handicap unabhängig von Art und Umfang der Behinderung – zunächst innerhalb der Stadtverwaltung als Arbeitgeber – zu schaffen und zu halten. Die Verwaltung sehe ich dabei in einer Art Vorreiterrolle dadurch, dass in einer Machbarkeitsstudie verschiedene Aspekte beleuchtet werden. Aus den gewonnenen Erkenntnissen können Rückschlüsse gezogen werden, die sich auf andere Unternehmen übertragen lassen.

Die Stadt Kempten kooperiert mit Körperbehinderte Allgäu, den Allgäuer Werkstätten, der KJF Berufsbildungs- und Jugendhilfezentrum Sankt Georg und dem HOI Verein.

...dass die Stadt Kempten für 35.000 Bäume zuständig ist?

Um rund 35.000 Bäume im Stadtgebiet kümmern sich die Abteilung Stadtgrün und die Stadtgärtnerei beim städtischen Amt für Tiefbau und Verkehr. Diese Bäume stehen zum Beispiel entlang von 350 km Straßen, in 32 Park- und Grünanlagen der Stadt, auf 88 Kinderspielplätzen und zwölf Sportanlagen. Was das an Grünpflege und Verkehrssicherungspflicht für die Stadtverwaltung bedeutet, kann man sich bei diesen Zahlen gut vorstellen. Die Bäume werden regelmäßig begutachtet, dokumentiert, Pflegemaßnahmen bis hin zu notwendigen Fällungen festgelegt.

Die Baumfällungen auf der Burghalde am 24. Februar haben – nicht allein wegen des zum Abtransport eingesetzten Hubschraubers – für einiges Aufsehen gesorgt. Bäume wurden aber  n u r  entnommen, wenn sie einen Schaden, einen Defekt oder Pilzbefall hatten. Das war, wie auch stets in anderen Fällen, durch eine qualifizierte Begutachtung der eigenen Baumsachverständigen einschließlich der externen Beratung durch Baumpflegefirmen intensiv geprüft worden. Auf deren Wertung kann man sich verlassen, und das ist auch wichtig: Schließlich stehen die Stadtverwaltung und ich immer, was Verkehrssicherungspflicht und Haftung belangt, „vornedran“, wenn in städtischen Bereichen etwas passieren sollte. Bei der Burghalde waren einige Eschen vom Eschentriebsterben befallen, Robinien mussten wegen fehlender Standsicherheit aufgrund ihrer Schräglage entnommen werden, und vier Kiefern wiesen bereits Bohrlöcher durch den Kiefernprachtkäfer auf. Auch sie waren nicht mehr standsicher.

Über alle diese Pflegemaßnahmen im Bereich der Burghalde war in der öffentlichen Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am 16. Januar 2020 berichtet und beschlossen worden.

...was cambonatura ist?

Um die Klima- und Naturschutzaktivitäten in Kempten zu bündeln und möglichst viele Menschen zu motivieren, selbst aktiv zu werden, hat das Klimaschutzmanagement der Stadt Kempten die neue Marke „cambonatura“ herausgebracht.

Ich habe schon bei der Vorstellung im Herbst 2019 betont, dass beim Klimaschutz alle an einem Strang ziehen müssen. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Organisationen, Institutionen und Stadt Kempten – alle sind gefragt in Kommunikation und Handeln für eine nachhaltige und naturbewusste Lebenshaltung. Daher findet sich das camobonatura-Signet nicht nur bei allen unseren Klimaschutzmaßnahmen und -projekten, sondern auch an vielen Stellen in der ganzen Stadt, immer dort, wo Natur- und Klimaschutz aktiv gelebt wird. Die ersten cambonatura-Plaketten wurden bereits an vier ausgewählte Projekte vergeben. Sie stehen für unterschiedliche Bereiche des Klimaschutzes und sind gute Beispiele für freiwilliges Engagement zu mehr Umwelt- und Klimaschutz.

Kempten ist in diesem Bereich schon lange aktiv: Seit 2012 sind wir eine von mittlerweile bundesweit ca. 40 Klimaschutzmasterplankommunen. Wir haben unsere langfristigen Ziele im Masterplan „100 % Klimaschutz bis 2050“ festgeschrieben. 2015 war Kempten die nachhaltigste deutsche Stadt mittlerer Größe und 2016 die erste Stadt in Bayern, die mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet wurde.

Das Klimaschutzmanagement der Stadt Kempten wurde personell aufgestockt, um auch vor Ort die Natur mehr ins Bewusstsein zu rücken. Als  e i n  Projekt unter vielen führen wir auch 2020 die „Biodiversitätsförderung“ fort. Das langfristige Ziel ist, wieder mehr Vielfalt in Flora und Fauna schaffen. Dafür sollen weitere Flächen in unserer Stadt begrünt und extensiv bewirtschaftet werden. Wir bieten Förderprogramme z. B. für Lastenfahrräder oder energiesparende Haussanierungen und stellen den städtischen Fuhrpark auf E-Fahrzeuge um.

Aktuell habe ich, auch mit regionalen Partnern, eine Reihe von Konzepten mit initiiert, so das Solarkataster, Start der Wasserstofftechnologie (mit Bio Energie Allgäu, AÜW, ZAK und Allgäuer Kraftwerke Sonthofen) für lokale Mobilität sowie das Bündnis klimaneutrales Allgäu 2030. Ziel ist, dass Kempten die erste klimaneutrale Stadt in Bayern und darüber hinaus wird. Bei diesem Bündnis können viele mitmachen: Unternehmen, Kommunen, Institutionen und Organisationen. Federführend ist das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) in Kempten.

Vor kurzem haben sich auch Bürgergruppen gegründet, die ganz konkret etwas für das Klima vor Ort tun wollen. Ich bin sehr positiv gestimmt, dass wir hier noch viel Sinnvolles erreichen werden.

...was Dachau, Kempten und München gemeinsam haben?

In diesen drei Städten – und in einer Reihe weiterer Städte – sind urbane Seilbahnen ein Thema, um das Nahverkehrssystem zu ergänzen und zu entlasten. Was die einen als „Spinnerei“ oder „Das brauchen wir nicht“ abtun, ist für andere, wie z. B. den Verkehrsexperten Professor Heiner Monheim, ein Verkehrsmittel der Zukunft: Leise, fast emissionsfrei, barrierefrei und zuverlässig, Verbrauch von wenig Fläche, das sind einige der Vorteile von Stadtseilbahnen. Andere Städte in Europa haben im urbanen Bereich bereits eine Seilbahn, zum Beispiel Breslau: www.das-polen-magazin.de

Dachau geht mit der Planung einer Seilbahntrasse vom Dachauer Bahnhof in den Münchner Stadtteil Moosach das erste Projekt einer urbanen Seilbahn im Verbund des öffentlichen Nahverkehrs in Bayern an. Dort wurde nun eine Studie der Universität der Bundeswehr zum Einsatz auch von urbanen Seilbahnen vorgestellt. Bei über 3.400 Rückmeldungen zeigte sich ein großes Interesse zum Umstieg. In München wurde im Juli 2018 die Idee einer Seilbahn vorgestellt, vom Februar bis Juni 2019 folgte die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie. Diese soll im Herbst 2020 vorliegen.

In Kempten gibt es die Idee, den ÖPNV in Teilbereichen der Stadt durch eine urbane Seilbahn zu unterstützen:

Die zentrale Umsteigestelle ZUM am Albert-Wehr-Platz stößt längst an ihre Kapazitätsgrenzen. Insgesamt 1.000 Busfahrten werden dort täglich verzeichnet. Zur Entlastung der ZUM und der Innenstadt sind gemäß Mobilitätskonzept zwei neue ÖPNV-Verkehrsknotenpunkte erforderlich: Künftig sollen Buslinien aus den Stadtteilen und dem Umland am Hauptbahnhof und an der Rottachstraße (neben der Feuerwehr) ankommen. Als leistungsfähige Verbindung dieser Knotenpunkte mit der Innenstadt wäre eine Seilbahn vorstellbar. Fast alle Buskilometer, die heute innerhalb des Rings gefahren werden, könnten durch die Seilbahn ersetzt werden. Die Zeiten, die durch die viel kürzere Taktung eingespart werden, ließen sich dann in erweiterte Fahrpläne investieren.

Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob die Idee einer Stadtseilbahn verkehrlich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Dazu wird zusammen mit einem Verkehrsplanungsbüro eine Nutzen-Kosten-Untersuchung durchgeführt. Das Ergebnis wird als Grundlage für eine fundierte, öffentliche Diskussion dienen – und erst dann wird entschieden, ob die Idee weiterverfolgt wird. Aber eines ist für mich klar: Wenn es um die Zukunft und die Weiterentwicklung einer Stadt geht, dann sind auch Visionen notwendig. Von vornherein neue Gedanken nicht zuzulassen, würde Stillstand bedeuten, und wir wären um viele Innovationen gebracht.

...was sich hinter SPGK verbirgt?

Das SPGK ist das Seniorenpolitische Gesamtkonzept der Stadt Kempten. Das 100 Seiten umfassende Werk wurde im Herbst 2011 erstmals präsentiert. Es enthält zahlreiche Maßnahmen, um älter werdenden Menschen in Kempten eine gute Lebensqualität mit einem möglichst hohen Grad an Selbständigkeit zu ermöglichen. Noch in diesem Jahr beginnen wir mit der Fortschreibung des Werkes.

Eine der damals im SPGK benannten künftigen Maßnahmen war die Schaffung von Begegnungsräumen in Wohnvierteln der Stadt. Hier ist in den vergangenen Jahren sehr viel geschehen: Wir haben unter der Überschrift „Gemeinschaft schaffen“ eine Anlaufstelle für ältere Menschen im Altstadthaus (früher: Haus der Senioren) eingerichtet, und in fünf Stadtteilen gibt es Quartiersarbeit – Kempten Mitte/Süd, Kempten-West und Nord, Kempten-Ost, Thingers und Sankt Mang-Ludwigshöhe – mit einer Vielzahl an Veranstaltungen, Beratungen, Reisen, gemeinsamen Frühstücken – alles Angebote, um das Miteinander zu stärken. Das kommt sehr gut an. Ich erfahre das immer wieder, und darum werden wir weiter daran arbeiten, z. B. mit einem Quartierskonzept.

Ein neues Konzept gibt es für das Margaretha- und Josephinenstift: Dort hat die Stadt u. a. ein Beratungszentrum für Pflege und Demenz eingerichtet.

Ein wichtiges Thema für die Zukunftist die Pflegebedarfsplanung. Eine erste Prognose der Bedarfe im stationären, teilstationären, ambulanten wie auch im Kurzzeitpflegebereich liegt vor. Sie wird in diesem Jahr fortgeschrieben und präziser berechnet.

Mit Stand Januar 2020 gibt es 625 stationäre Pflegeplätze in Kempten, aber nur 87 Prozent waren ausgelastet. Der Grund dafür ist der Fachkräftemangel. Um dem entgegen zu wirken, haben wir auch in Kempten Berufsfachschulen. Die neueste ist die Internationale Pflegeschule, die mit Beginn des Schuljahres 2019/20 am Standort Kempten den Unterrichtsbetrieb aufgenommen hat. Derzeit werden dort 19 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Sie kommen aus Armenien, Bosnien, Georgien, Kamerun, den Philippinen, Spanien, Vietnam, eine Schülerin ist aus Deutschland.

...was die „Wilde Hilde“ Kempten ist?

Die „Wilde Hilde“ ist ein Magazin von Kempten Tourismus mit „ziemlich besten Entschleunigungs-, Shopping-, Einkehr- und Freizeit-Tipps“, so nachzulesen in der aktuellen Ausgabe. Zum ersten Mal erschien die „Wilde Hilde“ vor einem Jahr und erhielt dann gleich auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin den internationalen Multimedia-Preis „Das Goldene Stadttor“ in der Kategorie Print Advertising.

Ihren Namen hat die „Wilde Hilde“ von Hildegard, Gemahlin Karls des Großen. Zusammen mit ihrem Mann war sie vor mehr als 1200 Jahren eine große Förderin des damaligen Klosters zu Kempten.

Was sie damals schon unterstützt hat, zieht heute zigtausend Gäste an: 12.135 Besucherinnen und Besucher wollten 2019 die Prunkräume der Residenz sehen – ein Plus von 29 Prozent gegenüber 2018. Dabei waren die Räume wegen Bauarbeiten sogar bis März 2019 geschlossen!

Ich sehe es ja immer wieder auf dem Weg ins Rathaus: Stadtführungen in Kempten sind gefragt: 18.576 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren bei 955 Stadtführungen dabei. 18 Themenführungen stehen dabei zur Wahl. Und die Zahl der Übernachtungen ist ebenfalls wieder gestiegen: 332.063 waren es 2019. Im Jahr davor waren es 326.587, vor zehn Jahren lag die Zahl bei 128.000.

Auch diese Zahlen verdeutlichen: Kempten hat an Attraktivität sowohl für Einheimische als auch für Gäste deutlich gewonnen. Die hohe Zunahme nicht zuletzt bei den Übernachtungszahlen stärkt die Einkaufs- und Kulturstadt Kempten und damit den Wirtschaftsstandort.

Die „Wilde Hilde“ gibt es bei Kempten Tourismus am Rathausplatz 24.

...dass Kempten die drittbeste Internetverbindung in Deutschland hat?

Kempten hat in verschiedenen Rankings immer wieder einen Spitzenplatz: Beim Prognos Zukunftsatlas 2019 lag unsere Stadt im Ranking der 401 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland auf einem hervorragenden Platz 33 (2016: Rang 59). Damit werden Kempten sehr hohe Zukunftschancen in den Bereichen Dynamik, Stärke, Demografie, Arbeitsmarkt und Innovation attestiert. Und als Einzelhandelsstandort war Kempten im vergangenen Jahr unter den Top 10 beim Umsatzpotenzial je Einwohner.

Jetzt ist auch bundesweit bekannt, dass wir in Kempten eines der bestausgebauten Breitbandnetze in ganz Deutschland haben. Unsere Stadt belegt den dritten Platz beim aktuellen Top-Ranking des Vergleichsportals DSLregional.de. Dieses hat eine Analyse der Breitbandverfügbarkeit aller Kommunen in Deutschland erstellt. Von 1000 möglichen Punkten hat Kempten 918 erreicht und folgt damit auf Gröde in Schleswig-Holstein und Rosenheim in Oberbayern. Großstädte wie z. B. München oder Hamburg erscheinen erst ab Platz 20. Im Allgäu liegen Kaufbeuren auf Platz 145 und Memmingen auf 303.

Zum Spitzenergebnis hat auch das kommunale Wohnungsunternehmen der Stadt Kempten, die Sozialbau, wesentlich beigetragen: Seit 2011 versorgt sie alle Liegenschaften und somit über 7.000 Haushalte und Gewerbeeinheiten stetig mit Glasfaser und zusätzlichen leistungsstarken Kabelanschlüssen.

...was das „Klecks“ ist?

Der 1983 gegründete Kemptener Kleinkunstverein „Klecks“, dem wir u. a. den bis heute begeisternden Kemptener JazzFrühling verdanken, hatte viele Jahre lang sein Domizil im ehemaligen Bundeswehrgebäude (Teil der früheren Prinz-Franz-Kaserne) „Klecks“ am Hofgarten. Dann stand das Gebäude längere Zeit leer, ehe es 2016 einige Monate lang für die Erstaufnahme von Flüchtlingen genutzt wurde.

Anfang 2019 wurde deutlich, dass der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in unserer Stadt kräftig stieg: Mehr Geburten, hoher Zuzug von Familien mit Kindern und außerdem ein neuer „Einschulungskorridor“, der den Eltern eine Zurückstellung ihrer Kinder ermöglicht, wirkten sich auf die bisherigen Prognosen aus. Es bestand also dringender Handlungsbedarf.

Da lag es nahe, aus dem „Klecks“ in bester Innenstadtlage das Kinderhaus „KLECKS“ zu machen. 150 Betreuungsplätze für Kinder von 3 bis 6 Jahren stehen dort nun zur Verfügung.

Insgesamt gibt es derzeit rund 2.900 Plätze in 36 Kindertagesstätten (Kindergärten und -krippen). Der Ausbau der Kapazitäten um 500 Kindergartenplätze und 170 Kinderkrippenplätze läuft mit Hochdruck.

Allein 2018 und 2019 wurden 312 Kindergarten- und 47 Krippenplätze neu geschaffen. 2020 und 2021 geht der Ausbau ungemindert weiter: Der Bau der Kindertagesstätte Halde-Nord an der Thomas-Dachser-Straße mit 78 Kindergarten- und 30 Krippenplätzen hat begonnen, das Chapuis-Haus an der Füssener Straße wird folgen.

Investitionen von rund 23 Millionen Euro sind geplant. Dazu kommen von 2020 bis 2023 rund 57 Millionen Euro für unsere Schulen, entsprechend dem Ziel: Bestmögliche Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt.

...was das „Kemptener Modell“ ist?

Vor etlichen Jahren schon habe ich gefragt, wie wir sozialen Wohnungsbedarf decken können und wie das gerecht vonstatten gehen kann. Eine Antwort darauf ist das „Kemptener Modell“ unserer städtischen Wohnbaugesellschaft, der Sozialbau GbmH. Zusammen mit Geschäftsführer Herbert Singer hatte ich mich 2015 bei der Bayerischen Staatsregierung für eine Unterstützung stark gemacht. So sind inzwischen mit staatlicher Förderung 156 neu gebaute Mietwohnungen entstanden, z. B. 46 Loftwohnungen in der ehem. Sheddachhalle Keselstraße. Der Mietpreis liegt bei 8 Euro/qm und ist damit im Vergleich zur Marktmiete um etwa 2 Euro günstiger. So entstehen Mietpreise im Neubau, die sich die bürgerliche Mitte leisten kann.

Zugleich werden 200 Altbestand-Wohnungen im gesamten Stadtgebiet, die keiner Sozialbindung mehr unterliegen, zu Mieten von rund 5,50 Euro an Personen mit Wohnberechtigungsschein vermietet.

Das Kemptener Modell bedeutet damit: Günstiger Wohnraum für alle!

...wieviel Grünflächen der neue Stadtpark hat?

Der neu gestaltete Stadtpark hat im Vergleich zu früher zehn Prozent mehr Grünflächen: Der bisherige Vegetationsanteil lag bei 6 300 Quadratmeter (40 Prozent), jetzt sind es 7.700 Quadratmeter. Richtig sichtbar wird das erst später – mit 6.500 Staudenpflanzen, 40.000 Frühlingsblühern und 1.000 Strauchgehölzen

Sein „neues Gesicht“ erhielt der Stadtpark durch eine intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Ihre Wünsche und Anregungen gingen in die Planung ein, das Grundkonzept sind landschaftlich geformte Grünflächen mit offenen und lichten Blick- und Wegebeziehungen.

Eine wichtige Vorgabe wurde eingehalten: Der Erhalt des Baumbestandes. Insgesamt zeigt sich der Park nun viel heller und einladender. Ein Ort zum Wohlfühlen und mit Spielmöglichkeiten ist entstanden, mit einem Boulevard zum Finanzamt hin und barrierefrei.

Dafür gab es schon jetzt lobende Worte von Personen, die seit dem Wegfall des Bauzauns dort mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs sind.

Flächenbilanz Stadtpark KemptenMehr Informationen dazu finden Sei auch unter www.kempten.de/19583.html

...was die mona ist?

Die mona ist die „Mobilitätsgesellschaft für den Nahverkehr im Allgäu“, eine Kooperation zwischen aktuell 13 Verkehrsunternehmen und unterstützt von den kreisfreien Städten Kempten und Kaufbeuren sowie den Landkreisen Oberallgäu und Ostallgäu.

Gegründet wurde die mona GmbH im Herbst 2014 in Kempten. Ziel war von Anfang an, ein zusammenhängendes Nahverkehrsnetz über Landkreis- und Stadtgrenzen hinweg zu schaffen und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Das ist in den vergangenen Jahren gelungen, und darüber freue ich mich als Aufsichtsrats-Vorsitzender der mona GmbH sehr.

Eingeführt wurde seither z. B. ein zwischenzeitlich beliebtes Semesterticket mit jährlich rund 200.000 Busnutzungen. Ein übergreifendes Marketing im ÖPNV und eine attraktive Internetseite mit Fahrplan- und Tarifauskunft hat sich mittlerweile etabliert und erfreut sich großer Resonanz. Eine Abo-Reform mit der neuen AboCard und der neuen JobCard brachte allein im Raum Kempten und nördliches Oberallgäu in nur zwei Jahren mehr als 1500 neue Kunden. 1500 mal 12 Monate mit durchschnittlich 60 Busnutzungen bedeutet rund eine Million Fahrgastbewegungen zusätzlich für den ÖPNV – und entsprechend weniger Fahrten mit privaten PKW.

Dabei haben wir festgestellt, dass diese neuen Kunden dort gewonnen werden konnten, wo wir das Fahrplanangebot verbessert haben. Daran arbeiten wir intensiv weiter. Zu ganz konkreten Maßnahmen haben vor kurzem CSU und Freie Wähler Kempten Anträge gestellt, z.B. für eine Verbesserung in den Abendstunden, ähnlich wie bei den Nachtbussen während der Allgäuer Festwoche bzw. zum Stadtfest, oder für elektronische Anzeigen an den Bushaltestellen.

...wie die Stadt ihre Neubürger willkommen heißt?

Kempten ist eine wachsende Stadt. Nahezu 71.000 Menschen leben in Kempten, das sind rund 6.000 Einwohner mehr als noch vor zehn Jahren.

Ganz am Anfang steht für sie die Anmeldung bei der Stadtverwaltung Kempten. Damit die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger wissen, wo sie was an ihrem neuen Wohnort finden und an wen sie sich bei Fragen aller Art wenden können, erhalten sie eine umfangreiche Broschüre der Stadt Kempten, die „Bürgerinformationen“. Darin aufgelistet ist alles Wissenswerte, ob es um Ausweispapiere geht, eine Geburtsanzeige, den Rentenantrag oder darum, welches Amt wofür zuständig ist – mit Telefonnummern, Adresse, E-Mail….

Auch zum Stadtrat, zu Schulen, Vereinen, Behörden, Kirchen, Organisationen, ÖPNV und Freizeiteinrichtungen sind umfassende Informationen enthalten.

Und damit die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger sich schon mal ein Bild machen können von Kultur- und Freizeitangeboten, gibt es eine Freikarte zum Besuch einer beliebigen Theatervorstellung im T:K THEATER IN KEMPTEN, einen Gutschein für das Kemptener Freizeitbad CamboMare und außerdem das Magazin „Wilde Hilde“ von Kempten Tourismus, mit zahlreichen Tipps und Gutscheinen für schöne Erlebnisse in Kempten.

Neu zugezogene Seniorinnen und Senioren begrüße ich im Altstadthaus. Dieses Jahr sind zwei Termine geplant, weil die Nachfrage groß ist.

Auch damit zeigen wir: Unsere neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger sind uns willkommen!

...dass der Eintritt ins neue Kempten-Museum frei ist?

Dazu, dass die Kemptenerinnen und Kemptener gern in ihrer Stadt leben, gehört mehr als die Daseinsvorsorge allein. Wichtig sind auch Freizeit, Kunst und Kultur, Erholung und Entspannung.

Mit dem Kempten-Museum, eröffnet Anfang Dezember 2019, haben wir ein Haus für die Kemptener und für unsere Gäste geschaffen. Sie alle können sich hier mit der einzigartigen Geschichte Kemptens auseinandersetzen und gleichzeitig einen Treffpunkt haben, um über derzeitige Entwicklungen diskutieren zu können. Ein guter, ja selbstverständlicher Grund, auf einen Eintrittspreis zu verzichten.

...wer Heinrich von Kempten ist?

„Heinrich der Kempter“, Ritter Heinrich Ritzner von Campimont, zog der Legende nach 961 mit Kaiser Otto in den Krieg nach Italien und rettete ihm dort das Leben. Wie er dazu aus dem Badezuber stieg, zeigt ein Bild des Malers Franz Weiß (1903 bis 1982) am Kemptener Rathaus.

Aus dem Badezuber springt Ritter „Heinrich von Kempten“ auch im Kemptener Stadttheater: Das ist  d e r  Schauspiel-Erfolg bereits in der dritten Spielzeit im Theater in Kempten T:K, eine Eigenproduktion in der Inszenierung von Silvia Armbruster, der Künstlerischen Direktorin des Theaters.

Unter ihrer Leitung konnte das Kemptener Theater in der Saison 2018/19 einen absoluten Besucherrekord seit seiner Wiedereröffnung 2007 feiern. Viele werden sich daran erinnern: Damals hatten Bürgerinnen und Bürger im Verein „ZUGABE e.V.“ eine runde Million für die Sanierung des Stadttheaters gespendet. Dieses Geld und jeder städtische Euro dafür hat viele Früchte getragen:

Insgesamt 38 588 Menschen besuchten 2018/19 die Vorstellungen des T:K, das waren 15.155 mehr als im Jahr zuvor. Ein gutes Stück zum Rekordergebnis hat auch der „Märchensommer Allgäu“ auf der Burghalde beigetragen. Die Aufführungen „Alice im Wunderland – neu erträumt“ 2018 und „Der Zauberer von Oz“ 2019 waren Riesenerfolge. Im „Märchensommer Allgäu 2020“ geht es weiter mit „Aladin und die Wunderlampe“. Mit dieser Belebung der Burghalde ist auch ein lang gehegter Wunsch der „Freunde der Altstadt Kemptens“ in Erfüllung gegangen.

Ich habe mich bei der Vorstellung des Programms für die derzeit laufende Theatersaison für die hervorragende Arbeit des gesamten T:K-Teams bedankt. Eine Auslastung von 88 Prozent: Das ist auch in der deutschen Theaterlandschaft Spitzenklasse.

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