Wohnungsbau in Kempten - Foto © ilkercelik - stock.adobe.com

Für genügend und bezahlbaren Wohnraum

Kempten ist Wunschheimat für viele und wächst: 2010 wohnten über 65.000 Menschen in unserer Stadt, heute sind es bereits über 71.000. Einerseits steigen die Geburten, anderseits ziehen viele Menschen nach Kempten: 2018 waren es (bei 4.330 Wegzügen) ganze 5.405 Zuzüge. Davon stammen 1.781 Menschen allein aus dem Allgäu, 955 aus dem übrigen Bayern, 1.043 aus anderen Bundesländern, 868 aus der EU und 443 aus dem sonstigen Ausland.

Hier genügend und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sehe ich als meine Aufgabe als Oberbürgermeister, denn der Wunsch nach einem schönen, sicheren Zuhause ist ein menschliches Grundbedürfnis.

Betrachtet man die Wachstumszahlen 2010 – 2018 in Kempten (s. Abb. unten), wuchs die Bevölkerung um 8,3 %, während die Zahl der Wohnungen um 9,4 % und die der Wohngebäude um 10,0 % stieg. Insgesamt wächst also der Wohnungsbestand schneller als die Einwohnerzahl (Erst- und Zweitwohnsitze inkl. Studenten).

Der Trend ist klar, die Zahl der Einzelhaushalte nimmt zu. 2040 wird lt. Statistischem Bundesamt ein Viertel der Bevölkerung in Single-Haushalten leben.

Dass der Wohnungsmarkt in Kempten bei unteren Preisklassen angespannt ist, ist kein Geheimnis.

Deswegen wird in Kempten so viel gebaut wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Sozialbau als kommunales Wohnungsbauunternehmen, aber auch BSG, Baugenossenschaft und andere leisten seit vielen Jahren Enormes, um weiterhin genügend Wohnraum für alle Einkommensklassen zu schaffen: Von 2010 bis 2018 wurden knapp 1.700 Wohnungen gebaut, und auch in den nächsten zwei bis drei Jahren werden über 1.000 Wohnungen neu auf den Markt kommen.

Konkrete Maßnahmen sind:

  • Umbau des BW-Sanitätszentrums in Familien- und Studentenwohnungen
  • Baugenehmigung für 180 Microappartements auf dem „großen Loch“
  • Wohnungsneubau in Kempten-West mit der Jakobwiese, in Heiligkreuz und Thingers, in der Keselstraße, Memminger Straße, Sligostraße in Sankt Mang, Gerhardingerweg oder Bischof-Haneberg-Straße in Lenzfried, Funkenwiese im Stiftallmey oder der Calgeerpark sowie in der ehemaligen Spinnerei und Weberei oder auf dem Brauhausgelände.
  • Das größte Erweiterungsgebiet ist die Halde-Nord: Insgesamt sollen hier 420 Wohnungen neu entstehen.

Bei jedem Bauvorhaben achte ich darauf, dass nicht nur „auf der grünen Wiese“ gebaut wird, sondern behutsam mit unversiegelten Flächen umgegangen wird und vorhandene Brachflächen genutzt werden.

Das von der Sozialbau entwickelte und von mir unterstützte „Kemptener Modell“ gibt darauf die Antwort, Wohnraum für jeden Geldbeutel zu schaffen. Dieses von der Staatsregierung geförderte Modell ist ein völlig neuer Weg, den wir 2016 eingeschlagen haben: Dabei werden der Neubau von günstigem Wohnraum und die Umwidmung älterer Wohnungen zu Sozialwohnungen verknüpft. Das lässt alle Bevölkerungsschichten gleichermaßen profitieren und sorgt für sozialen Ausgleich. (mehr Infos zum „Kemptener Modell“ in der Rubrik „Wussten Sie schon…“)

Bei diesem Wachstumsthema müssen wir natürlich darauf achten, dass es auch andernorts nicht enger wird: Eine lebenswerte Stadt braucht ebenso ausreichend Raum und Orte, an denen man sich gerne trifft und erholt, wo Kinder spielen sowie Kultur, Sport und Freizeit erlebbar sind.

Kemptens Wachstum in Zahlen

Eine Auswahl verschiedener Kennzahlen, wie und wo Kempten wächst.

Print Friendly, PDF & Email